Joseph Haydn Konzerte für Violoncello und Orchester stellen mit ihrem scheinbar so leichten, eleganten Tonfall für jeden Cellisten einen Prüfstein dar. Das Konzert in C-dur Hob. VIIb:1 entstand wahrscheinlich zwischen 1762 und 1765, als Haydn bereits Kapellmeister bei Fürst Esterházy war. Lange Zeit war es nur durch einen Eintrag Haydns in seinem handschriftlichen Werkverzeichnis bekannt, ohne dass man die Noten dazu kannte. Erst 1961 fand man eine Abschrift des Werks, das seitdem erfolgreich neben dem bekannteren D-dur-Konzert Hob. VII:2 bestehen kann. Für die Herausgabe des Konzerts im Klavierauszug konnte die Haydn-Spezialistin Sonja Gerlach gewonnen werden. Sie bereichert die Urtextausgabe durch ein ausführliches Vorwort, das auch auf die Ausführung der Verzierungen und die abgedruckten Kadenzen eingeht.
Zu Lebzeiten Joseph Haydns wurden Solokonzerte meist einem bestimmten Musiker auf den Leib geschrieben. Bei Haydns berühmtem Cellokonzert in D-dur Hob. VII:2 war dies der Erste Violoncellist der Esterházy-Kapelle, Anton Kraft, der später zu den größten Virtuosen Wiens zählen sollte. Aus einer Gelegenheitskomposition wurde ein Meisterwerk für die Ewigkeit, von dem sogar eine mit 1783 datierte, eigenhändige Partitur des Komponisten überliefert ist. Für die Herausgabe unseres Klavierauszuges konnte die Haydn-Spezialistin Sonja Gerlach gewonnen werden. Sie bereichert die Ausgabe durch ein ausführliches Vorwort, das auch auf die Ausführung der Verzierungen und auf die abgedruckten Kadenzen eingeht.
Man möchte kaum glauben, in welchem Umfeld diese poetischen „Soiréestücke“ (so der ursprüngliche Titel) entstanden sind: Dresden war im Jahr 1849 geprägt von schweren politischen Unruhen, die Schumann schließlich zwangen, mit Clara aufs Land zu fliehen. Nichts davon ist in dieser Musik zu spüren; der idyllische Charakter dieser drei Sätze steht vielmehr für die Sehnsucht nach Harmonie und Privatheit. Ursprünglich für die Klarinette gedacht, enthielt schon die Erstausgabe eine alternative Violin- und Violoncellostimme. Wir haben unsere bewährten Ausgaben einer gründlichen quellenkritischen Revision unterzogen und einen ausführlichen Kommentarteil beigefügt.?
Bekanntermaßen komponierte Chopin fast ausschließlich Werke für Soloklavier. Nur beim Cello machte er gleich mehrere Ausnahmen: zwei Werke – Polonaise brillante und das Duo Concertant (HN 788) – schrieb er für Cello und Klavier und auch in seinem Klaviertrio op. 8 (HN 1068) kommt das Cello zu Wort. Gegen Ende seines Lebens schließlich bedachte Chopin das tiefe Streichinstrument mit einer großen, viersätzigen Sonate g-moll. Dass ihm das Werk nicht leicht von der Hand ging, stellt das umfangreiche Skizzenmaterial unter Beweis. Chopin selbst meinte: „Mit meiner Sonate mit Violoncello bin ich einmal zufrieden, ein andermal nicht. Ich werfe sie in die Ecke, dann sammle ich sie wieder auf.“ Von diesem Ringen spürt man heute nichts mehr. Die Chopin-Sonate mit ihrem berühmten, gesanglichen Largo gehört zum Kanon der Celloliteratur.
Im Gegensatz zu anderen seiner Spätwerke wurde Francks 1886 komponierte Violinsonate (HN 293) von Anfang an bei Publikum und Kritik freundlich aufgenommen. Unter den zahlreichen Bearbeitungen hebt sich die im Januar 1888 erschienene klangschöne Fassung für Violoncello insofern hervor, als sie ausdrücklich von Franck autorisiert wurde. Der Cellist Jules Delsart, der im Dezember 1887 in Paris eine Aufführung der Sonate erlebt hatte, war so begeistert, dass er Franck um die Erlaubnis zur Transkription der Violinstimme für sein Instrument bat. Delsart hielt sich eng an das Original, ließ den Klavierpart unverändert und transponierte den Violinpart nur wo nötig und passend in die tiefere Lage.
Gut gemeint ist eben nicht gut genug (frei nach Kurt Tucholsky): Der Arpeggione, eine Art Zwitter einer mit Bogen zu streichenden großen Gitarre, hat sich bei Musikern nie durchsetzen können. Dieses instrumententechnische Kuriosum wäre freilich längst in völlige Vergessenheit geraten, wenn nicht ausgerechnet Franz Schubert seine a-moll-Sonate dafür komponiert hätte. Und dieses dreisätzige Werk ist nun wirklich unsterblich. Aber gleichzeitig ein Problem für den Urtext, denn ohne einige Eingriffe in den Text ließe sich der originale Arpeggione-Part nicht auf den ihm klanglich am nächsten kommenden Instrumenten – zweifellos Viola oder Violoncello – ausführen. Der G. Henle Verlag löst das Dilemma, indem einerseits die Arpeggione-Urtextstimme der originalen Klavierstimme (Partitur) überlegt ist, andererseits in der beigelegten Spielstimme die wenigen notwendigen Oktavumlegungen eindeutig gekennzeichnet sind. Nicht in Betracht kam für den Verlag eine andere Bearbeitungsstimme etwa Violine (wie sie der postumen Erstausgabe Diabellis beiliegt), Flöte oder andere hohe Melodieinstrumente, weil diese doch zu weit weg sind von Schuberts Klangvorstellungen. Bestenfalls käme wohl noch eine Kontrabass-Stimme in Frage. Oder?
Für Hanus Wihan, den späteren Widmungsträger seines Cellokonzerts, hat Dvorák schon früher solistische Musik geschrieben. Als er mit ihm und dem Geiger Ferdinand Lachner für 1892 eine Trio-Tournee plante und weitere Werke für Cello und Klavier brauchte, arbeitete er über die Weihnachtstage 1891 die „Waldesruhe“ für Cello und Klavier um. Ursprünglich ein Klavierstück zu vier Händen aus dem Zyklus „Aus dem Böhmerwalde“, avancierte das kantable Charakterstück durch den sonoren Celloklang zu einem populären Vortragsstück. Später arrangierte Dvorák die „Waldesruhe“ sogar zu einem wirkungsvollen Konzertstück für Violoncello und Orchester. Als Grundlage unserer Urtextausgabe für Violoncello und Klavier dient dem Herausgeber und Dvorák-Spezialisten Milan Pospíšil in erster Linie die Erstausgabe von 1894.
Erst in seinem Spätwerk wandte sich der unkonventionelle Neuerer Debussy wieder der Tradition zu. Sechs Sonaten für verschiedene Instrumente schwebten ihm 1915 vor. Nur drei davon sollte er vollenden können, bevor er in Folge einer schweren Erkrankung 1918 verstarb. Den Auftakt bildet die ungewöhnlich rasch im Kriegsjahr 1915 komponierte Cellosonate. Debussy arbeitete im Sommerurlaub am Meer in Pourville wie im Rausch. Die Sonate mit der ungewöhnlichen Satzfolge Prologue-Sérénade-Finale erschien noch im selben Jahr. Das Werk gehört zum Kernrepertoire für Violoncello.
Nach der kürzlich bei Henle erschienenen zweiten Violoncellosonate Opus 58 wird nun Mendelssohns Opus 45 erstmals als Urtextausgabe vorgelegt. Endlich wird mit exzellentem Notentext, Vorwort und Kritischem Kommentar erschöpfende Information zu diesem bedeutenden Beitrag zur romantischen Violoncelloliteratur geboten.?
Drei große Werke steuerte Mendelssohn der Besetzung Violoncello und Klavier bei, nicht zuletzt deshalb mit besonderem Engagement, weil sein Bruder Paul Cello spielte. Neben den frühen Variationen op. 17 (1829) und der ersten Sonate B-dur op. 45 (1839) stellt die große Sonate op. 58 (1843) den Höhepunkt in Mendelssohns Schaffen für das Cello dar.
Neben zwei echten Cello-"Hits" aus der Feder Mendelssohn Bartholdys, nämlich dem Variationszyklus op. 17 und dem Lied ohne Worte op. 109, enthält diese Urtextausgabe eine kleine Sensation: Henle veröffentlicht hiermit erstmals ein bisher völlig unbekanntes, sehr reizvolles Originalstück für Cello und Klavier. Der Komponist schrieb es im Jahre 1835, also auf der Höhe seines Schaffens, ins Stammbuch seines Freundes Julius Rietz, der ausgezeichnet Cello spielte. Alle Cellisten werden das Albumblatt als Erweiterung ihrer Literatur dankbar aufnehmen.?
Eine wahre "Perle" des großen Cellorepertoires ist das Konzert in a-moll. Diese Urtextausgabe wurde von David Geringas eingerichtet und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers Peter Jost versehen. Johannes Umbreit hat den originalen, durchweg gut spielbaren Klavierauszug des Komponisten unter praktischen Gesichtspunkten neu überarbeitet.
Chopin komponierte mehrere Werke für Violoncello unter dem Einfluss seines Freundes, des bedeutenden Cellisten Auguste Franchomme; so unter anderem das Grand Duo Concertant, eine Opernparaphrase über Meyerbeers „Robert le Diable“. Der Freund war sogar an der Ausarbeitung des Celloparts beteiligt. Die frühe Polonaise op. 3 mit langsamer Einleitung schrieb Chopin für den polnischen Fürsten Radziwill, der Cello spielte. Raffiniert unterlegt Chopin hier die kantablen Melodien des Cellos mit einem Feuerwerk an pianistischer Brillanz. Ein rasantes, energiegeladenes frühes Meisterwerk Chopins.
Immer noch ein Geheimtipp unter Cellisten: Edvard Griegs einzige Cellosonate, geschrieben für seinen Bruder John, der es auf diesem Instrument sehr weit gebracht hatte. Grieg war selbst kein Streicher, konnte sich während der Entstehung aber ausführlich beraten lassen, sodass diese schwungvolle Sonate auch für den fortgeschrittenen Amateur eine echte Entdeckung darstellt. Unsere Ausgabe enthält darüber hinaus ein frühes Intermezzo aus dem Jahre 1866 sowie – als Erstausgabe – Griegs eigenhändige Transkription des Allegretto aus seiner Violinsonateop. 45, entstanden als Geburtstagsständchen für den Bruder John.?
Den Höhepunkt der Celloliteratur stellen neben Bachs Solosuiten Beethovens fünf Violoncellosonaten dar. Erschienen zwischen 1797 und 1817, decken sie einen Großteil von Beethovens Schaffenszeitraum ab und spiegeln wichtige Stationen seiner kompositorischen Entwicklung. Unsere revidierte Ausgabe folgt den Erkenntnissen des gleichzeitig erstellten Kritischen Berichts zur Beethoven-Gesamtausgabe. Die Urtext-Edition erscheint im Gewand eines vollständigen Neusatzes. Der Klavierteil greift dabei die bewährte Raumaufteilung der Vorgängerausgabe auf. Kein Geringerer als der Cellist David Geringas erarbeitete eine völlig neugestaltete Cellostimme mit optimierten Wendestellen. Außerdem liegt der Ausgabe eine weitere, unbezeichnete Urtextstimme bei.?
Obwohl Schumann in seiner Jugend einige Zeit Cello-Unterricht erhalten hatte, begann er erst in seinen späten Jahren für Violoncello zu komponieren. Neben dem Cellokonzert blieben nur seine fünf Stücke op. 102 als Originalwerk für dieses Instrument erhalten. Clara äußerte sich begeistert dazu: „Es sind dies Stücke im Volkston und von einer Frische und Originalität, daß ich ganz entzückt war.“ In der „Neuen Zeitschrift für Musik“ war zu lesen: „Es erheischen diese Stücke weniger einen virtuosen als gewiegten Spieler, der mit Ton und Bedeutung auf seinem Instrumente sprechen kann.“ In bester Urtext-Qualität empfiehlt sich unsere Ausgabe ganz besonders für Unterricht und häusliches Musizieren.
Variationen über ein beliebtes Thema, meist zeitgenössischen Opern entnommen, waren Ende des 18. Jahrhunderts äußerst populär. Auch der junge Beethoven trug einiges zu diesem Genre bei. Ein konkreter Anlass für die Komposition der drei Variationszyklen für Violoncello und Klavier – sie verarbeiten zwei Themen aus Mozarts „Zauberflöte“ und eines aus Händels Oratorium „Judas Maccabäus“ – ist nicht bekannt. An der Anzahl der zeitgenössischen Nachdrucke lässt sich aber ablesen, dass sie sich von Anfang an hoher Beliebtheit erfreuten. Unsere Revision beruht auf neuen Erkenntnissen aus dem Kritischen Bericht der Beethoven-Gesamtausgabe (erschienen 2008).
Nachdem vor einigen Jahren bereits der „Elefant“ aus dem „Karneval der Tiere“ Einzug in unseren Katalog hielt, öffnen wir nun den Vorhang für einen weiteren Auftritt: das stolz-erhabene Solo des „Schwans“. Die klangvolle Romanze für Violoncello, im Original von zwei Klavieren begleitet, wurde mit besonderer Erlaubnis des Komponisten vom Veranstalter und Cellisten der Uraufführung, Charles Lebouc, für Violoncello und ein Klavier eingerichtet. Unsere Ausgabe macht diese Fassung des beliebten Cello-Evergreens erstmals im Urtext zugänglich. Die Stimme des 2. Klaviers geben wir im Kleinstich wieder und erlauben somit einen Vergleich zwischen beiden Fassungen.?
1849 wandte sich Schumann einer neuen Gattung zu: Werken für Klavier und ein Begleitinstrument. Geradezu systematisch bedachte er die verschiedenen Blasinstrumente mit Fantasiestücken, Romanzen etc. - und sah immer auch eine alternative Streicherbesetzung vor. So erhielt auch jenes Adagio und Allegro op. 70 für Horn und Klavier von Schumann eine Alternativstimme für Violoncello. Clara spielte das neue Werk zusammen mit dem Hornisten E. Julius Schlitterlau, und schrieb danach in ihr Tagebuch: "Das Stück ist prächtig, frisch und leidenschaftlich, so wie ich es gern habe!" Und auch Schumann bekannte begeistert, er habe "Freude daran gehabt" - worin ihm bis heute viele Musiker gefolgt sind.
Zu Beginn der 1870er-Jahre bezeugte Saint-Saëns eine besondere Vorliebe für das Violoncello. Seine erste Cellosonate beendete er im Dezember 1872 im unmittelbaren Anschluss an sein erstes Cellokonzert (siehe HN 711). Nicht nur durch die Tonart c-moll, sondern vor allem durch seine packende Dramatik erinnert das Werk stark an Beethoven. Die Ausnahmestellung der anspruchsvollen, teilweise hochvirtuosen Sonate wurde von Publikum und Kritik bald erkannt, so dass sie schnell Eingang ins Konzertrepertoire fand. Unsere Urtextausgabe berücksichtigt erstmals alle überlieferten Quellen. Für die Bezeichnung von Klavier- und Cellopart konnten Pascal Rogé und David Geringas gewonnen werden.
Brahms’ Cellosonaten gehören vielleicht zum Schönsten, was für dieses Instrument je geschrieben wurde. Das Erscheinen der beiden Stücke in der neuen Brahms-Gesamtausgabe ist uns Anlass, die Urtext-Edition der F-dur-Sonate neu herauszugeben. So zeigt sich dieser Klassiker aus dem Henle-Katalog (bisher HN 19) nun im neuen Notensatz auf aktuellem Forschungsstand mit ausführlichen Angaben zur Entstehung und Edition von Johannes Behr. Klavier und Violoncello sind mit Fingersatz versehen, zugleich liegt aber auch eine unbezeichnete Streicherstimme bei.
Max Bruchs „Kol Nidrei“ gehört – neben dem populären 1. Violinkonzert – zu seinen berühmtesten Kompositionen. Das wehmütige „Adagio nach hebräischen Melodien“ entstand 1880 für den Cellisten Robert Hausmann. Es verarbeitet zwei alte jüdische Gesänge, deren außerordentliche Schönheit den Protestanten Bruch nach eigener Aussage tief bewegte. Der tenorale Celloklang ist das ideale Medium für die Stimme eines jüdischen Kantors, und so liefert „Kol Nidrei“ bis heute jedem Cellisten eine wunderbare Vorlage für das „Singen“ auf dem Instrument. Mit dieser auf der Erstausgabe von 1881 basierenden Edition erscheint „Kol Nidrei“ erstmals in einer wissenschaftlich fundierten Urtextausgabe, wofür neben den musikalischen Quellen auch zahlreiche Briefe und Dokumente aus dem Max-Bruch-Archiv herangezogen wurden. Für die Bezeichnung der Solostimme konnte Christian Poltéra gewonnen werden.
Edward Elgars Salut d’amour gehört zu jenen Stücken des britischen Meisters, deren Melodien schier unvergesslich sind. Das 1888 für seine zukünftige Frau Caroline Alice Robert komponierte Werk trat schon früh seinen Siegeszug an. Unzählige Bearbeitungen existieren – autograph überliefert sind nur die Fassungen für Violine und Klavier (HN 1188), für Klavier solo (HN 1190) und für Violoncello und Klavier. Von der Cellofassung kursierte bisher allein ein Arrangement, das der Originalverleger vermutlich mit Billigung Elgars angefertigt hatte. Wir bringen erstmals die Fassung nach Elgars Autograph, die aus unbekannten Gründen nie veröffentlicht wurde. Zusätzlich drucken wir den vertrauten Notentext der Erstausgabe ab.
10,90 €*
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