Mit dem „Konzert für Orchester“ eröffnet Henle die Reihe preiswerter Studien-Editionen nach dem Notentext der Bartók-Gesamtausgabe. Als Bartók im Mai 1943 von Serge Koussevitzky den Kompositionsauftrag erhielt, bedeutete dies nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch einen wichtigen schöpferischen Impuls für den schwer kranken Komponisten. Schon im Oktober lag das fünfsätzige Konzert vor, das Koussevitzky begeistert als „das beste Orchesterwerk der letzten 25 Jahre“ bezeichnete. Auch die ersten Aufführungen im Winter 1944/45 waren sehr erfolgreich. Gleichwohl wurde Bartók zur Fixierung eines alternativen Endes bewogen, das der schon im September 1945 verstorbene Komponist allerdings nicht mehr hören sollte. Bartók-Spezialistin Klára Móricz liefert in ihrer Ausgabe beide Versionen und fasst in einem spannenden Vorwort Geschichte und Überlieferung des „Konzert für Orchester“ zusammen. Ein knapper Bemerkungsteil informiert über die wesentlichen Grundlagen der Edition.
Urtext-Neuland: Die Ouvertüre zu Fidelio Bis heute werden die beiden zentralen Fidelio-Ouvertüren aus Notentexten aufgeführt, die auf die ungenauen und fehlerhaften Stimmenerstdrucke zurückgehen. Inzwischen hat sich die Quellenlage zu beiden Werken durch zahlreiche Quellenfunde signifikant verbessert. Für die Fidelio-Ouvertüre , 1814 in Windeseile (und dann doch mit leichter Verspätung) für die Wiederaufnahme der Oper komponiert, bietet heute eine Partiturabschrift in der Österreichischen Nationalbibliothek eine zuverlässige Grundlage für eine textkritische Neuausgabe. Dieses Manuskript, in dem sich zahllose Korrekturhinweise und Vervollständigungen Beethovens finden, ist die einzige überlieferte Quelle, die der Komponist selbst überprüft hat.
When Puccini was inspired to write Madama Butterfly, he was at the peak of his fame, idolized as the composer of three great operatic successes, Manon Lescaut, La Bohème, and Tosca. His inspiration was a London production of David Belasco's American play Madam Butterfly, in whose poignant love story Puccini saw the elements that invariably drew his interest as a composer: a strong theatrical situation involving a heroine in distress.With his librettists Illica and Giacosa, Puccini began work on Madama Butterfly in 1902. The opera received its first production at La Scala in Milan in 1904, but it was not until the following year that its golden future would become apparent. A Covent Garden production featuring two of the greatest singers of the day in the leading roles — Emmy Destinn as Butterfly and Enrico Caruso as Pinkerton — brought London to its feet. When, a year later, it was produced with equal success at the Metropolitan Opera in New York, Madama Butterfly began its long reign as one of the greatest favorites of the operatic repertoire. This finely made full-score edition of Madama Butterfly is reprinted from the authoritative edition originally published by G. Ricordi, Milan. With it, students and lovers of opera can study intimately a masterpiece of the genre, widely admired for its melodic richness and glorious orchestral scoring. Reprint of the authoritative G. Ricordi edition.
Bruckner hat seine I. Symphonie später das „kecke Beserl” genannt und damit treffend die übermütigen Züge des Werkes gekennzeichnet, welches in unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei großen Messen entstanden ist. Die von Bruckner 1868 in Linz dirigierte Uraufführung löste Erstaunen über die Fülle ungewohnter Musik aus, das Echo war aber insgesamt positiv. Der Nachwelt war die I. Symphonie bis zum Jahre 1935, in welchem Robert Haas die „Linzer Fassung” in der alten Bruckner-Gesamtausgabe vorlegte, nur in der späteren Umarbeitung von 1890/91 bekannt. Tatsächlich hat Anton Bruckner einzelne seiner Werke mehrmals komponiert; die Symphonien I, II, III, IV und VIII liegen in zwei bzw. drei voneinander grundlegend abweichenden Partiturniederschriften vor. Es handelt sich dabei nicht lediglich um „Lesarten” oder „Verbesserungen” einzelner Passagen (solche könnten in einem Revisionsbericht Platz finden), sondern um höchst eigenständige Ausformungen des (meist) gleichen thematischen Materials.
Am 7. November 1891 war Bruckner von der Universität Wien zum Ehrendoktor der Philosophie promoviert worden. Da er großen Wert darauf legte, diese Würde für sein Schaffen „als Symphoniker” verliehen bekommen zu haben, dankte er dem Senat mit der Widmung seiner I. Symphonie, deren Umarbeitung einige Monate zuvor unabhängig vom Ehrendoktorat abgeschlossen worden war.
Noch vor der Uraufführung hat Bruckner die Symphonie umgearbeitet und dabei die Ausmaße des 1., 2. und 4. Satzes einschneidend reduziert. Der Misserfolg bei der Uraufführung am 16. Dezember 1877 im Großen Saal der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien wurde zur bittersten Enttäuschung in Bruckners Leben.
Die Erstellung dieser heute meistgespielten Version von Bruckners III. Symphonie fällt in die Zeit, als der Meister intensiv mit der Umformung seiner VIII. Symphonie beschäftigt war. Als Grundlage für die Umarbeitung diente Bruckner beim 1., 2. und 3. Satz die Druckausgabe von 1878; für das extrem stark gekürzte Finale benützte er eine von Franz Schalk angefertigte Abschrift. Der Aufführung am 21. Dezember 1890 mit den Wiener Philharmonikern unter Hans Richter war ein voller Erfolg beschieden.
Schumanns a-moll-Konzert gilt als das romantische Klavierkonzert schlechthin, und endlich ist es als Urtext-Ausgabe ediert. Die Quellenlage ist leider lückenhaft, denn die Urfassung des ersten Satzes, eine Phantasie aus dem Jahr 1841, die immerhin zwei Probeaufführungen erlebte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Andererseits wirft die posthum erschienene Partitur Fragen auf, denn sie weicht von den 1846 nach der Uraufführung gedruckten und von Schumann autorisierten Ausgaben (Solopart und Orchesterstimmen) ab. Im Klavierauszug konnte für den Fingersatz des Soloklaviers die Pianistin Mitsuko Uchida gewonnen werden. Schumanns große Solokonzerte liegen damit bei Breitkopf komplett in Zusammenarbeit mit bedeutenden Interpreten vor, denn beim Violoncellokonzert war Heinrich Schiff, beim Violinkonzert Thomas Zehetmair beteiligt. „Das Einstudieren des Orchesterparts mit Hilfe der übersichtlichen Partitur ist eine nicht nur auch für Laien technisch bewältigbare, sondern auch eine dankbare Aufgabe.“ (Das Liebhaberorchester) „Dans l’incomparable qualité de gravure de la plus ancienne maison d’édition musicale au monde!“ (L’éducation musicale)
Das Wechselbad der Urteile – „wertlos, völlig unspielbar“ (so Nikolaj Rubinstein, dem Tschaikowsky sein b-moll-Konzert eigentlich zugedacht hatte) und „herrlich“ bzw. „hinreißend“ (so Hans von Bülow, der das Werk dann uraufführte und dem es gewidmet ist) – bringt das Spannungsverhältnis zum Ausdruck. Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 ist eines des wirkungsvollsten und beliebtesten der Konzertliteratur überhaupt – und gleichzeitig ein gegen die Konvention komponiertes Werk. Dass Tschaikowsky im Ausland, insbesondere in Deutschland umstritten war, als russischer Neutöner galt und zuweilen Vorwürfe des musikalischen Nihilismus oder Primitivismus aushalten musste, mag heute verwundern, doch genügt ein Blick auf die Partitur des Klavierkonzerts, um Erstaunliches zu entdecken …
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