Wie viele Klaviervirtuosen seiner Zeit träumte auch Robert Schumann davon, sich dem Publikum als Pianist und Komponist zugleich in einem eigenen Klavierkonzert zu präsentieren. Bereits in jungem Alter unternahm er erste Versuche. In den folgenden Jahren fühlte er sich jedoch zunehmend von der Idee einer formal freieren Konzeption angezogen. Aus dem Entwurf einer einsätzigen „Phantasie“ entstand schließlich der Kopfsatz des berühmten Werkes, das hiermit erstmals in einer praktischen Urtextausgabe vorgelegt wird. Für den Fingersatz konnte die weltweit gefeierte Pianistin Mitsuko Uchida gewonnen werden. Partitur und Orchestermaterial sind bei Breitkopf & Härtel erschienen.
Es dürfte Geschmackssache sein, ob man von den Klavierkonzerten Rachmaninows nun das zweite oder das dritte für sein bestes hält. Sicher ist aber, dass „Rach 3“ mit seiner Fülle an herrlichen melodischen Einfällen heute zu den beliebtesten und zugleich zu den technisch allerschwersten Werken der Konzertliteratur zählt. Der polnische Pianist Josef Hofmann, dem das 1909 entstandene Konzert gewidmet ist, mochte es zeit seines Lebens nicht öffentlich spielen, und erst Vladimir Horowitz verhalf dem Werk auf dem Konzertpodium zum Durchbruch. Für diese Urtextausgabe konnte neben der Erstausgabe und Tondokumenten auch das heute in der British Library aufbewahrte Partiturautograph herangezogen werden. Wie bei allen Rachmaninow-Editionen des G. Henle Verlags stammt der Fingersatz aus der Feder des Jahrhundertvirtuosen Marc-André Hamelin.
Rachmaninows legendäres Opus 18, oft liebevoll als „Rach 2“ tituliert, ist für viele das romantische Klavierkonzert schlechthin. Nach der umjubelten Uraufführung in Moskau 1901 machte es weltweit Furore und verhalf Rachmaninow endgültig zu internationalem Ansehen als Komponist. Bis heute gelten die bezaubernden Themen und elegischen Streichermelodien des Konzerts als Markenzeichen Rachmaninows, ja der russischen Musik überhaupt. Für die erste Urtextausgabe dieses epochalen Werks konnte die autographe Partitur im Moskauer Glinka-Museum im Original eingesehen werden. Auch Rachmaninows eigene Tonaufnahmen wurden berücksichtigt. Der neu erstellte Klavierauszug garantiert gute Spielbarkeit. Er stimmt genau überein mit der ebenfalls neu herausgegebenen Orchesterpartitur und dem Orchestermaterial. Beides erscheint bei Breitkopf & Härtel.
Aus Verehrung für den „Walzerkönig“ Johann Strauss plante Ravel bereits 1906 eine Walzer-Komposition, deren Ausführung durch andere Projekte und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert wurde. Als er 1919 einen Auftrag für ein Ballett erhielt, griff er die Idee wieder auf und komponierte nach eigenen Worten „eine Art Apotheose des Wiener Walzers“. Nach anfänglich eher zurückhaltender Reaktion des Publikums gehört die „Choreographische Dichtung für Orchester“ heute zu den Tophits der Klassik. Die Entstehungsgeschichte des Werks war deshalb besonders, weil Ravel gleichzeitig an zwei Klavierfassungen und der Orchesterpartitur arbeitete. Sowohl die Version für Klavier solo als auch diejenige für zwei Klaviere sind also keine Vorstufen für die finale Orchesterpartitur oder nachträglich erstellte Klavierauszüge, sondern musikalisch eigenständige Werkfassungen, die Ravel auch im Druck erscheinen ließ. Stärker noch als im Orchester treten in diesen reizvollen Klavierfassungen Struktur und Artikulation sowie Klarheit der Linien in einer Komposition hervor. Dies bezeugt einmal mehr Ravels Meisterschaft. Grund genug diese beiden Klavierfassungen erstmals in Urtextausgaben vorzulegen, die auf Grundlage aller authentischen Quellen erstellt wurden.
Gershwins Concerto wurde am 3. Dezember 1925 in der Carnegie Hall – dem Epizentrum der klassischen Musikszene New Yorks – uraufgeführt. Es gehört zu einer Gruppe von selbst auferlegten „Experimenten“, mit denen der Komponist sich Wege in die „seriöse“ Musik eröffnen wollte: „Ich habe bisher nur drei ‚Opera‘ geschrieben – die ‚Blue Monday Oper‘, die ‚Rhapsody in Blue‘ und das ‚Concerto‘. Ich habe viel Zeit in diese Werke investiert, aber sie sind natürlich nicht meine eigentliche Arbeit. Sie sind Experimente – Laborarbeiten in amerikanischer Musik.“ Herausgeber Norbert Gertsch überprüfte für seine Edition eine Vielzahl von handschriftlichen und gedruckten Quellen in den USA und legt hiermit erstmals eine Urtextausgabe dieses sehr populären, vom Jazz-Idiom durchtränkten Klavierkonzerts vor. Parallel dazu erscheinen bei Breitkopf & Härtel Partitur und Orchestermaterial von demselben Herausgeber.
Ludwig van Beethoven eroberte sich die Musikstadt Wien als Pianist – und er hat für sein Instrument, das Klavier, herausragende Werke geschaffen. Dazu zählen auch seine fünf Klavierkonzerte. Das Konzert Nr. 1 in C-dur op. 15 fand sogleich große Beachtung. Die breite Anlage, die große Orchesterbesetzung sowie der kraftvoll-brillante Solopart bedeuten eine klare Weiterentwicklung dieser Gattung nach Mozart. Diese Studien-Edition liefert den Text der Beethoven-Gesamtausgabe im handlichen Format und wird durch ein ausführliches Vorwort zur komplexen Entstehungsgeschichte und Quellenlage ergänzt. Die Edition korrigiert zahlreiche Fehler und Irrtümer, die in früheren Notenausgaben zu finden waren. „Hans-Werner Küthen gibt diesen Meisterwerken die Ausgaben, die sie verdienen …“ lobt die Fachpresse.
Bei Saint-Saëns’ Doppelbegabung als Pianist und Komponist lag es nahe, sich schon früh mit der Gattung Klavierkonzert auseinanderzusetzen. Dem damals in Frankreich vorherrschenden Typus des „Concerto brillant“ erteilte er eine klare Absage: „Das Solo eines Konzerts muss wie eine dramatische Rolle angelegt und behandelt werden“. Dieses Konzept des „symphonischen Konzerts“ lässt sich sehr gut bei seinem 1868 entstandenen 2. Klavierkonzert nachvollziehen. Der Solopart ist technisch sehr anspruchsvoll und gleichzeitig dicht mit dem Orchester verbunden. Für den Klavierauszug – auf der Basis der vom Komponisten selbst stammenden Fassung für zwei Klaviere – zeichnet Johannes Umbreit verantwortlich, für den Fingersatz der Solopartie Pascal Rogé.
Die bei Pianisten überaus beliebten Cembalokonzerte Bachs sind vermutlich Bearbeitungen von ursprünglich für die Violine entstandene Werke. Bach gelang es jedoch, diverse Eigentümlichkeiten der Violintechnik so raffiniert auf die Klaviatur zu übertragen, dass auch die meisten Pianisten unserer Tage diese Konzerte zu ihrem festen Repertoire zählen. Das erste Konzert in d-moll ist vielleicht das beliebteste – nicht zuletzt aufgrund seiner schwungvollen Ecksätze und des überaus wirkungsvollen Soloparts. Der G. Henle Verlag legt nun als Auftakt einer Reihe aller Cembalokonzerte Bachs Klavierauszug und Studien-Edition (Partitur) des d-moll-Konzertes vor. Für den Fingersatz konnte der überragende Bach-Kenner András Schiff gewonnen werden.
Shostakovich’s ‘Piano Concerto No. 2 in F Major’, composed halfway through the twentieth century, was supposed to be the composer’s final piece for the piano. Made from the foundations of his ‘Concertino for Two Pianos’, the 2nd piano concerto was made with developing pianists in mind. The orchestral accompaniment is smaller than other contemporaneous concertos, but suits the less technically intense atmosphere. Contained in this volume are the solo piano part and a piano reduction of the orchestral accompaniment.
Dass es sich bei den überaus beliebten Cembalokonzerten Bachs vermutlich um Bachs eigene Bearbeitungen von Solokonzerten handelt, die er ursprünglich für Violine oder ein Holzblasinstrument komponiert hatte, hört man ihnen nun wirklich nicht an. In vielen Fällen kennen wir die Original-Vorlage nicht, wohl aber beim D-dur-Konzert BWV 1054. Es entstand um 1738 als Bearbeitung des Violinkonzerts E-dur BWV 1042. Und wieder einmal gelingt es Bach, aus der Violinstimme einen brillanten, idiomatischen Tasten-Satz zu zaubern. Nicht nur deswegen, sondern vor allem aufgrund seiner beschwingt-heiteren Ecksätze gehört BWV 1054 zu den Highlights in Bachs reichem Œuvre. Der Klavierauszug enthält die Solostimme sowie einen Klavierauszug, der von Johannes Umbreit gut spielbar für die Praxis eingerichtet wurde.