„Abends spielten wir Roberts Es dur Quartett … und ich war wahrhaft entzückt wieder von diesem schönen Werke, das so jugendlich“, so schwärmte Clara Schumann 1842. Vorbereitend hatte Schumann Streichquartette der Wiener Klassiker studiert. Im Quartett sind daher alle Stimmen betont kammermusikalisch gleichberechtigt und durchdringen sich zu einem famosen Ensemble. Wegen der verzweigten Quellenlage enthält unsere Urtextausgabe einen ausführlichen Kritischen Kommentar. Die Violoncellostimme kommt der Musizierpraxis durch eine Klapptafel besonders entgegen. Im „Kammermusikjahr“ Schumanns entstanden das Klavierquartett und das Klavierquintett op. 44, die als „Schwesterwerke“ bezeichnet werden. Wir veröffentlichten deshalb im „Schumann“-Jahr 2006 beide zugleich.?
Klaviertrios waren in der Zeit der Klassik und noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein, fast möchte man sagen, Modeartikel. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich nach Haydn und Mozart auch Beethoven mit dieser Gattung auseinandersetzte und insgesamt 13 Klaviertrios hinterließ. Dieser zweite Band enthält die beiden Klaviertrios op. 70, das Trio op. 97 sowie die Variationen über das Lied „Ich bin der Schneider Kakadu“ op. 121a. Der Beiname „Geistertrio“ des Trios op. 70 Nr. 1 stammt, wie üblich, nicht von Beethoven, sondern wurde dem Stück wohl wegen der besonderen, unheimlichen Klanglichkeit des langsamen Satzes gegeben. Das nach seinem Widmungsempfänger Erzherzog Rudolph benannte Erzherzog-Trio op. 97 ist sicher Beethovens bedeutendstes und mit einer Dauer von über 45 Minuten auch längstes Klaviertrio. Obwohl bereits 1810/11 entstanden, wurde es erst 1816 veröffentlicht.
Wie in allen reifen Kammermusikwerken tritt Ravel auch in seinem 1914 entstandenen Klaviertrio als Erneuerer traditioneller Formen und Techniken auf. So entspricht der „Passacaglia“-Satz dem zugrunde liegenden Schema aus der Barockzeit. Die Musik selbst hingegen, so äußerte Ravel, sei „wie von Saint-Saëns“, was sicher ironisch gemeint war. Denn die historisierende Schablone dient ihm nur als Rahmen für tonsprachliche Experimente: vom stetigen Pendeln zwischen Dur und Moll bis hin zu Kombinationen und Überlagerungen verschiedenartiger Metren. Für unsere Ausgabe dieses technisch äußerst anspruchsvollen Werkes konnte der renommierte französische Pianist Pascal Rogé als Fingersetzer gewonnen werden.?
Sechs Werke gehören zur Opusgruppe 9 – die erste geschlossene Gruppe von Streichquartetten, die wir von Haydn kennen. Doch auch formal ging der Komponist hier neue Wege: Orientierte er sich bei den vorangegangenen Quartetten Opus 1 und 2 noch am fünfsätzigen Divertimento, entschied er sich hier für die in Zukunft maßgebliche Form der Viersätzigkeit. Außerdem bediente er sich eines erweiterten Klangraums und experimentierte mit metrischen Überraschungseffekten (so z. B. im Trio des Menuetts aus dem G-dur-Quartett). Diese Studien-Edition, mit einem einleitenden Vorwort des Haydn-Spezialisten Georg Feder, erscheint begleitend zu unserer bewährten Stimmenausgabe HN 206 und erschließt die gern gespielten Werke allen Musikfreunden nun auch als Partitur.?
Mendelssohns Streichquartett op. 80 ist eines seiner wenigen "autobiographischen" Werke, ein ergreifendes musikalisches Dokument seiner Trauer um den Tod der Schwester Fanny und seines Versuchs, den Schmerz um diesen Verlust künstlerisch zu verarbeiten. Ignaz Moscheles schreibt dazu in seinem Tagebuch: "Der leidenschaftliche Charakter des Ganzen scheint mir im Einklang mit seinem tieferschütterten Seelenzustande zu sein...". Die einzig relevante Quelle, Mendelssohns Autograph, enthält zahlreiche Korrekturen, Streichungen und Einschübe. Einige Sonderlesarten in der Abschrift dürften auf die Einrichtung für die Uraufführung zurückgehen und sind in Fußnoten festgehalten.
Für alle Bratschistinnen und Bratschisten gibt es jetzt auch Musik von Aleksey Igudesman! „Violin & Viola & more“ ist ein Best-of seiner bekannten Duo-Reihe „& More“ in mittlerem Schwierigkeitsgrad und neuer Besetzung für Violine und Viola. Die Ausgabe beinhaltet Hintergrundinfos und Besonderheiten zu allen zehn Stücken. So sind stilgerechte Interpretation und Spaß am Zusammenspiel garantiert.
Können ein Violinist und ein Cellist gemeinsam Spaß haben? Wir sagen ja! Genau zu diesem Zweck eignet sich „Violin & Violoncello & More“ von Aleksey Igudesman bestens. Aufgrund der steigenden Beliebtheit seiner Werke hat er die Duette der vorangegangenen Publikation für zwei Violinen neu kreiert. Diese umfassen unterschiedlichste Stile, jedoch immer mit der unverkennbaren individuellen Note Alexeys. Das Inhaltsverzeichnis erinnert an eine Weltreise – eine Tour durch Schottland, Irland, Israel, Kasachstan und viele weitere Länder erwartet alle Neugierigen. Mit großer Sorgfalt hat Igudesman diese Stücke für Violine und Cello eingerichtet, um den musikalischen Gehalt der originalen Version zu bewahren. Er ermutigt die Musizierenden, kreativ zu sein, zu improvisieren und vor allem Spaß zu haben. Diese Stücke eignen sich hervorragend für Spielerinnen und Spieler der Mittelstufe, um ihre eigenen Grenzen auszutesten, sowie für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler, die es gemütlich angehen wollen.
1899 war Arnold Schönberg 25 Jahre alt, als er sich von Richard Dehmels (1863–1920) gleichnamiger Dichtung, sowie von seiner Liebe zu Mathilde von Zemlinsky zur Komposition eines Streichsextetts inspirieren ließ. Die Uraufführung von Verklärte Nacht fand 1902 statt – es spielten das Rosé Quartett, Franz Jelinek sowie der Komponist Franz Schmidt. Verklärte Nacht ist spätromantische Musik, eine von Arnold Schönbergs populärsten und meist gespielten Kompositionen.Der neu gestochene Notentext liegt der Arnold Schönberg Gesamtausgabe zugrunde.
In dieser Sammlung präsentiert der argentinische Tangoexperte Diego Collatti eine eigene Tangokomposition und mittelschwere Arrangements mitreißender Klassiker von Astor Piazzolla, Vicente Greco, Carlos Gardel und vielen weiteren Tangokomponisten. Dank detaillierter Phrasierungsangaben tauchen Musikliebhaber:innen in die Faszination des Tangos ein und können die typische Ausdrucksvielfalt des Genres umsetzen.