Der französische Hornist Henri Kling gab für Breitkopf & Härtel die Hornkonzerte Mozarts heraus. Dabei erstellte er die Klavierauszüge selbst und bezeichnete die Solostimmen. In späteren Auflagen wurden die Ausgaben durch eine zusätzliche F-Hornstimme ergänzt, womit sie für die Musizierpraxis ideal geeignet sind.
Von Joseph Haydns drei Konzerten für Horn und Orchester sind zwei verschollen, dafür werden ihm oft zwei andere Hornkonzerte fälschlich zugeschrieben. Das einzige erhaltene Hornkonzert Haydns, dessen Echtheit nicht angezweifelt wird, ist das in D-dur Hob. VIId:3. Die auf der Haydn-Gesamtausgabe basierende Urtextausgabe bietet zwei Solostimmen: Die Hornstimme in D folgt Haydns Autograph, alternativ liegt eine Stimme in moderner F-Transposition bei. In allen drei Sätzen sind Solokadenzen vorgesehen. Die in der beiliegenden Hornstimme abgedruckten Kadenzen des Hornisten Johannes Ritzkowsky nützen die begrenzten Möglichkeiten der Naturhorn-Technik aus Haydns Zeit soweit wie möglich aus. Sie dürften heutige Hornisten nicht vor größere Probleme stellen, und eine willkommene Dreingabe sein.
Skrjabin ist heute vor allem für seine mystisch-visionären Klavierwerke bekannt, komponierte in jungen Jahren mit seiner Hornromanze aber auch ein bezauberndes Stück Kammermusik. Der technisch nicht schwere Hornpart zusammen mit der schwelgerischen Klavierbegleitung machen aus der Romance ein wirkungsvolles Vortragsstück schon für Schüler. Da das Werk zu Lebzeiten des Komponisten nicht im Druck erschien, stellt das Autograph die einzige Quelle für unsere Edition dar. Unsere Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit der Moskauer Skrjabin-Expertin Valentina Rubcova.
Der Däne Carl Nielsen gehört zu den originellsten Komponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der deutschen romantischen Tradition fand er vor allem mit seinen heute noch viel gespielten Symphonien zu einer ganz individuellen Tonsprache, widmete sich aber auch häufig kammermusikalischen Besetzungen. Canto serioso wurde ursprünglich als Prüfungsstück für das Kopenhagener Opernorchester geschrieben, wo die Stelle eines tiefen Hornisten neu zu besetzen war. Dementsprechend kostet Nielsens ausdrucksvolle, nicht zu lange Komposition besonders das tiefe Register und die sonore Mittellage des Instruments aus. Eine willkommene Bereicherung des spätromantischen Hornrepertoires!
„Etwas ganz curioses, glaub’ ich“ – so bezeichnete Robert Schumann in einem Brief sein Konzertstück für vier Hörner und großes Orchester, und in der Tat schlug er mit diesem Werk hinsichtlich Besetzung und Instrumentalbehandlung völlig neue Wege ein. Das zur Entstehungszeit 1849 noch junge Ventilhorn ermöglichte bis dahin undenkbare virtuose Läufe und freie Modulationen, die Schumann gerade durch den vierstimmigen Hornsatz voll ausreizte. Bis heute ist das Konzertstück das romantische Hornwerk schlechthin und ein Prüfstein für jeden Solisten.
Camille Saint-Saëns verfasste seine beiden Horn-Romanzen für zwei der angesehensten französischen Hornisten seiner Zeit: Opus 67 in E-dur aus dem Jahr 1866 ist Henri Chaussier gewidmet, das 1874 entstandene Opus 36 in F-dur schrieb er für Henri Garigue. Trotz der illustren Adressaten handelt es sich nicht um virtuose Paradestücke, sondern – wie es die Bezeichnung Romance nahelegt – um kurze „Lieder ohne Worte“, die den typisch romantischen Ton des Horns voll auskosten. Neben der Orchesterfassung verfasste Saint-Saëns auch eine Klavierbegleitung für den kammermusikalischen Vortrag. Aufgrund der nicht allzu großen technischen Schwierigkeiten eignen sich die Romanzen bereits für fortgeschrittene Schüler.
Mit seinem 1. Hornkonzert gelang dem erst 18-jährigen Richard Strauss ein hinreißender Geniestreich. Bis heute wird das Konzert auf der ganzen Welt (nicht nur) von Hornisten geliebt und zählt neben Mozarts Meisterwerken zu den unverzichtbaren Repertoirestücken für das Instrument. Peter Damm, ehemaliger Solohornist der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Solist von Weltrang, hat das Konzert nicht nur über 170-mal selbst öffentlich aufgeführt, sondern auch grundlegende Forschungsergebnisse und Publikationen zu seiner Entstehungsgeschichte vorgelegt. Die von ihm herausgegebene Urtextausgabe, die sämtliche erhaltenen Quellen berücksichtigt, kann somit als Referenz-Edition angesehen werden. Zum Einstudieren im Unterricht und für Vorspiele ist der besonders gut spielbare Klavierauszug von Johannes Umbreit eine große Hilfe.
Alexander Glasunow war als Komponist in der spätromantischen Symphonik ebenso zuhause wie in der kammermusikalischen Form. Seine kürzeren Solostücke bestechen durch hinreißende Melodik und Liebe zum Detail – so auch die Rêverie für Horn und Klavier. Glasunow selbst war ein guter Hornspieler und wirkte als junger Student in mehreren Orchestern mit. Aus jener Zeit stammt dieses hochromantische Werk, in dem Glasunow die sanglichen Vorzüge des Instruments bestens zur Geltung bringt. Ein wirkungsvolles Vortragsstück auch schon für fortgeschrittene Schüler, das wir hier erstmals im Urtext präsentieren; neben der Erstausgabe berücksichtigen wir auch erstmals Glasunows Autograph in der St. Petersburger Nationalbibliothek.
Im Sommer 1888, während er auch an seiner Tondichtung Don Juan arbeitete, komponierte Richard Strauss dieses kurze Andante für seinen Vater Franz Strauss, Mitglied der Münchner Hofoper und einer der größten Hornisten seiner Zeit. Das Andante war als langsamer Satz „einer noch unvollendeten“ Sonate vorgesehen, die Strauss aber (zum Bedauern aller Hornisten) niemals komponierte. So blieb das Stück bis 1973 unveröffentlicht. Für die neue Urtextausgabe des G. Henle Verlags konnte das Autograph in der Münchner Stadtbibliothek im Original eingesehen werden. Das Andante ist nur von mittlerer Schwierigkeit und eignet sich ideal für den Unterricht und als wirkungsvolles romantisches Vortragsstück.
Fortsetzung der erfolgreichen Hornschule von Manfred Messner. Der zweite Band der Hornschule "Manni lernt Horn" ist die Fortführung vom ersten Band. Man kann im zweiten Band problemlos mit dem F-Horn weiterspielen. Sollte ein Schüler die Voraussetzungen nun erfüllen (Körpergröße), um auf ein Doppelhorn zu wechseln, so kann er jetzt aber auch schon mit dem B-Horn beginnen. Für den Umstieg zum Doppelhorn empfehle ich vom Kleinen fis bis zum Eingestrichenen G auf dem F-Horn weiterzuspielen und erst ab dem eingestrichenen Gis das B-Horn zu verwenden. Auf Seite 94 kannst du das Transponieren in "ES" lernen. Je nach Bedarf kannst du auch schon früher mit dem Erlernen des Transponierens beginnen. Ab Seite 100 findest du Einspielübungen, die du jeden Tag zum Einspielen und Aufwärmen machen solltest. Dort sind dann auch zu allen Tonleitern, die du im Buch lernst, zusätzliche Übungen, die ich dir empfehle regelmäßig zu spielen. Das Ziel sollte darin bestehen, alle Tonleitern auswendig zu spielen. Viel Spaß beim Hornspielen! Manfred Messner