Dvoráks berühmte „Sinfonie aus der Neuen Welt“ enthält Wendungen, die die Stimmung von „Indianermelodien“ und Spirituals hervorrufen soll. Dazu zählen Pentatonik (Fünftonmusik) und synkopische Rhythmik. Auch in seiner Sonatine für Violine und Klavier op. 100, die er während seines ersten Amerikaaufenthalts zwischen 1892 und 1894 komponierte, blühen zarte Melodien aus dieser Klangwelt auf und machen die viersätzige Sonatine zu einem reizvollen Kammermusikwerk. Dvorák widmete das Werk seinen Kindern Otilie (15 Jahre) und Antonín (10 Jahre), so dass es auf das Können der jungen Pianistin und des kleinen Geigers abgestimmt ist. Jedoch schreibt Dvorák, „auch Große, Erwachsene, sollen sich damit unterhalten, wie sie eben können“. Die sorgfältig ausgearbeitete Henle-Urtextausgabe mit einem ausführlichen Vorwort über die Quellenlage stützt sich auf das Autograph und die bei Simrock erschienene Erstausgabe.
Von Joseph Haydn sind drei Violinkonzerte überliefert, wobei jene in C-Dur und A-dur am Hofe des Fürsten Esterházy entstanden. Das Violinkonzert in G-dur Hob. VIIa:4 komponierte Haydn vermutlich Anfang der 1760er-Jahre noch vor seiner fürstlichen Anstellung. So verwundert es nicht, dass es sich von den beiden anderen Konzerten deutlich unterscheidet. Die Stimme der Solovioline geht praktisch nicht über die dritte Lage hinaus und der Schwerpunkt liegt mehr auf Sanglichkeit als auf Virtuosität. Für (jüngere) Geigenschüler bietet das Werk also eine gute Gelegenheit, sich erstmals mit dem Komponisten Haydn zu beschäftigen. Die Urtextausgabe basiert auf der ebenfalls im G. Henle Verlag erschienenen Haydn-Gesamtausgabe. In dem detaillierten Vorwort wird unter anderem die Echtheitsfrage diskutiert. Abgerundet wird die Ausgabe durch ausgefeilte Strichbezeichnungen und Fingersätze von Kurt Guntner sowie die von Franz Beyer erstellten Kadenzen.
Edward Elgars Salut d’amour gehört zu jenen Stücken des britischen Meisters, deren Melodien schier unvergesslich sind. Für den Komponisten hatte das kurze Werk zudem eine besondere Bedeutung. Seit 1886 nahm Caroline Alice Roberts Klavierstunden bei Elgar. Aus dem Lehrer-Schüler-Verhältnis wurde schon bald Liebe, und im Jahr 1888 feierte man Verlobung. In diesem Jahr komponierte Elgar für seine Braut „Salut d’amour“, zunächst noch mit deutschem Titel „Liebesgruß“. 1889 fand die Hochzeit statt – zeitgleich erschien das Werk im Druck. Wir bringen den mäßig schwierigen, unsterblichen Klassiker in den originalen Fassungen für Violine und Klavier, Violoncello und Klavier (HN 1189) und Klavier solo (HN 1190).
Die am Ende einer längeren Reihe von Werken von Sommer bis Herbst 1887 entstandene Violinsonate zählt bis heute zu den beliebtesten Kammermusik-Kompositionen von Strauss. Klaviersatz und Modulationstechnik sprengen in den Außensätzen den intimen Rahmen der Kammermusik und deuten auf die zeitgleich entstandenen, effektvollen ersten Symphonischen Dichtungen. Entspannung zwischen den beiden auch technisch sehr anspruchsvollen Ecksätzen bietet der langsame Mittelsatz „Improvisation“, der wie ein Lied ohne Worte wirkt. Auch als Einzelstück erschienen, errang er in den Jahren um 1900 in Haus- und Salonmusik große Popularität. Ulrich Krämer zeichnet verantwortlich für die Edition dieser Urtextausgabe, für die Bezeichnung der Violinstimme konnte Arabella Steinbacher, für den Klavierpart Michael Korstick gewonnen werden.
Lili Boulanger was the sister of the famous teacher Nadia Boulanger who taught Aaron Copland, Elliott Carter and Philip Glass amongst others. She was a composer for the last 10 years of her tragically short life - she died at 25 -and her music stands in the main line of French music exemplified by Faure, somewhat tinged with the influence of Debussy's Impressionism. It is generally beautiful, delicately coloured, and touching. These challenging 'TwoPieces for Violin and Piano' exemplify these qualities. The Nocturne begins sparsely, with bare octave figures wound about with a theme built from a repetitive rise-and-fall figure. As the texture becomethickerthe violin becomes more virtuosic and begins to climb. There is no harmonic resolution until the final ppp note in the top register, which is answered by an low octave from the piano. The Cortege is morelively without being fast. Shifting rhythmic accents, tricky runs and contrasting dynamics make this an exciting piece.
Seit ihrer Kindheit verbindet Igudesman & Joo die Freude, Musik mit Fantasie und Humor neu zu erfinden. Mit Our Childhood öffnen sie ihr persönliches Klangarchiv: Aleksey Igudesman steuert vier von Venedig inspirierte Werke sowie Air on a Plane bei, Hyung-ki Joo transkribierte vier Stücke aus seinem Album über die Kindheit, darunter Lina’s Waltz. Ergänzt wird die Sammlung durch Massenets Méditation, Ysaÿes Rêve d’enfant und Schumanns Lied Mondnacht. Ein Album voller zarter Schönheit und stiller Magie.
Die drei berühmten Sonaten op. 78, 100 und 108 von Johannes Brahms gehören zum Schönsten, was das Violinrepertoire zu bieten hat. Wäre es nicht wundervoll, wenn Brahms noch mehr für diese Besetzung komponiert hätte? Tatsächlich ist dies kein Wunschtraum, denn seine beiden späten Klarinettensonaten op. 120 arrangierte der Komponist 1895 auch für Violine und Klavier, wobei er übrigens auch in den Klaviersatz eingriff. Diese authentischen Bearbeitungen bieten einen idealen Einstieg für Liebhaber und technisch weniger versierte Geigenspieler, die sich noch nicht an die großen Sonaten wagen. Zugleich sind sie „bester Brahms“. Probieren Sie selbst: Der revidierte Notentext der Henle-Urtextausgabe, übernommen aus der Neuen Brahms Gesamtausgabe und um hilfreiche Fingersätze ergänzt, bietet hierzu die beste Grundlage.