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Symphonie E-Dur D 729

Titel: "Symphonie E-Dur D 729"

Vorwort
Felix Weingartner, einer der überragenden Dirigenten und eminentesten Musikschriftsteller seiner Generation, war auch als Komponist eine beachtliche Erscheinung. Er hat 10 Opern, 2 Schauspielmusiken, 7 Symphonien, 5 Symphonische Dichtungen und weitere kleinere Orchesterwerke, je ein Violin- und ein Cellokonzert, viel Kammermusik (darunter 5 Streichquartette), Klaviermusik, Chorwerke und insbesondere ein großes Lied-Œuvre hinterlassen. Seine Ratschläge für Aufführungen klassischer Symphonien, insbesondere zu Beethoven und Schumann, sind in der einfühlenden Erörterung und subtilen Lösung instrumentatorischer Probleme bis heute für die dirigentische Praxis eine entscheidende Hilfe. Insofern verwundert es nicht, wenn Weingartners Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten besondere Bedeutung zukommt, darunter insbesondere der Orchesterbearbeitung von Ludwig van Beethovens Sonate für das Hammerklavier, aber auch der Überarbeitung von Berlioz’ Orchestration der Weberschen Aufforderung zum Tanz. Als Siebzigjähriger sah Weingartner sich mit der erforderlichen Erfahrung ausgerüstet, um die Partitur-Skizze von Franz Schuberts Symphonie in E-Dur als vollständige Symphonie auszuführen. Diese Arbeit vollendete er 1934 im Anschluß an die Komposition seiner Sinfonietta op. 83 für Streichtrio und kleines Orchester.
Weingartner hat einen Revisionsbericht verfaßt, der leider nicht aufgefunden werden konnte. Am 21. Mai 1934 schickte er aus Basel an die Universal Edition "das Finale der Symphonie sowie Revisionsnotizen. Ich überlasse es Herrn Dr. Geiringer, wie er sie benutzen will. Er wird meine Arbeit zweifellos mit dem Original vergleichen und vielleicht noch neue Momente finden. Ich bitte nur, daß ich den Revisionsbericht an der Hand der Korrekturen der Partitur vor Drucklegung durchsehen kann." In der Antwort vom 23. Mai dankte ihm die Universal Edition für die rasche Vollendung und versprach: "Wir lassen das ganze Werk an Hand Ihrer Revisionsberichte genau vergleichen […], was 2-3 Wochen dauern wird." Am 7. November 1934 schrieb Weingartner an die Universal Edition: "Ich freue mich nun sehr, dass mit der Symphonie alles in Ordnung ist und dass auch die Kürzungen des 1. Satzes nach meiner Angabe aufgenommen werden. Ich bin nun über die Wirkung vollständig beruhigt. […] Wird der Partitur ein Revisionsbericht beigegeben, oder folgt ein solcher später? Es müsste darin angegeben werden, dass im ersten Satz und im Finale in den Tuttis Kürzungen gemacht worden sind. Es wäre vielleicht nicht unangebracht, wenn in einem solchen Revisionsbericht auch ich selbst das Wort ergreifen würde. Ich würde dann Herrn Dr. Sax und den anderen Herren, die mir zur Seite gestanden haben, meinen Dank aussprechen. […] Die erste Probe mit den Philharmonikern wird am 6. Dezbr. nachmittags stattfinden, uzw. wird diese Probe meine Frau [Carmen Studer] halten, da ich an diesem Tage in Budapest dirigiere. Ich fahre von dort über Nacht nach Wien zurück und probiere am 7. Dezbr. selbst. Am 11. Dezbr. wird, wie ich Ihnen ebenfalls mitteilte, meine Frau die Symphonie in Budapest dirigieren." Am 14. November teilte die Universal Edition Weingartner mit: "Der Partitur der Symphonie wird noch kein ausführlicher Revisionsbericht, sondern nur eine kurze Einführung, verfasst in drei Sprachen, beigegeben sein." Am 5. Dezember lieferte die Druckerei 197 Exemplare der Partitur an den Verlag. Eine zweite Auflage ist ebenso nie erschienen wie der Revisionsbericht Weingartners. Da der Weingartner-Nachlaß in der Universitätsbibliothek Basel zum Zeitpunkt vorliegender Neuausgabe nicht vollständig eingesehen werden konnte, kann über den Verbleib und Inhalt des Revisionsberichts nur spekuliert werden.
Christoph Schlüren

Aufführungsmaterial ist vom Originalverlag Universal Edition, Wien (www.universaledition.com) zu beziehen.

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Universal Edition AG, Wien, 2002.