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Oden 1–3

Titel: "Oden 1–3"

Andreas Hammerschmidt (1611–1675), jahrzehntelang als Organist an St. Johannis in Zittau tätig, gehört zu den produktivsten und populärsten Komponisten des 17. Jahrhunderts. Seine Werke – geistliche Chor- und Ensemblemusik, aber auch Kammermusik, Lieder und Tänze – erschienen oft in mehreren Auflagen, denen renommierte Zeitgenossen – darunter der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz und der Hamburger Dichter Johann Rist – rühmende Worte voranstellten.
Vornehmlich aufgrund der Fülle – nachzuweisen sind mehr als 700 Kompositionen – ist Hammerschmidts OEuvre erst ansatzweise erschlossen. Mit einer Edition, die von Michael Heinemann und Konstanze Kremtz, ehemals bzw. aktuell tätig an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, und Sven Rössel, dem aus Zittau stammenden ehemaligen Direktor der Kreismusikschule Dreiländereck, betreut wird, soll nun erstmals eine Gesamtschau dieses Werks geboten werden.

Nur scheinbar sind Andreas Hammerschmidts Oden Nebenwerke in einem OEuvre, das von der geistlichen Musik dominiert wird. Der Umfang der oft nur kurzen Lieder und Gesänge, die der Zittauer Organist in drei vergleichsweise schmalen Bänden vorlegte und die hier im Rahmen der Gesamtausgabe in einem Band zusammengefasst sind, täuscht darüber hinweg, dass gerade in diesem Genre seine Teilhabe am künstlerischen Diskurs der Zeit besonders groß war. Deutlich zeigt sich hier Hammerschmidts intime Kenntnis der neueren und neuesten Veröffentlichungen der deutschen Literatur. Vergleicht man die Publikationsdaten der Werke von Paul Fleming, Justus Georg Schottel oder Ernst Christoph Homburg mit denen seiner Kompositionen, so ist leicht erkennbar, wie schnell er auf die literarischen Vorlagen reagierte. Hammerschmidt war der erste, der Gedichte Flemings vertonte.

Das Ergebnis seiner Entwicklung liedhafter Melodik forderte nicht mehr eine Gruppe von Sängern, sondern einen Solisten. Dieser wiederum erhielt einen Notentext, der ihm viele Optionen ließ. Agogik oder Dynamik sind in den seltensten Fällen verbindlich vorgeschrieben, so dass gerade bei der Gestaltung strophisch angelegter Lieder eine erfolgreiche, wirkungsvolle Performanz dem Sänger zahlreiche Freiheiten nicht nur erlaubte, sondern wohl auch abverlangte. So verwundert es vielleicht auch nicht, dass Nr. 13 aus dem ersten Oden-Band, „Nirgend hin als auff den Mund“ (auch bekannt als „Kunst des Küssens“), zu Hammerschmidts populärsten Werken zählt. Und die Affinität zum Tanz, durch die Ergänzung „Sarabande“ bei etlichen Stücken unmittelbar ersichtlich, eröffnet auch die Möglichkeit einer rein instrumentalen Ausführung, im Wechsel mit den gesungenen Strophen.

Reihe: Andreas Hammerschmidt – Werkausgabe
Komponist: Hammerschmidt, Andreas
EAN: 9790502585143
Verlag: Verlag Klaus - Jürgen Kamprad
Untertitel: (1642, 1643 und 1649)