Griegs berühmtes Klavierkonzert erweist sich als musikeditorische Herausforderung. Das Werk war schon zu Lebzeiten des Komponisten so bekannt, dass es immer wieder - versehen mit gelegentlichen Revisionen Griegs - nachgedruckt werden musste. Ein ausführliches Vorwort bringt Licht ins Dunkel des Quellendickichts. Einar Steen-Nökleberg, der nicht zuletzt durch seine Einspielung des gesamten Griegschen Klavierwerks von sich reden machte, hat das Orchesterklavier behutsam spielgerecht überarbeitet.?
Pläne zu einem Klavierkonzert lassen sich bei Ravel bis 1906 zurückverfolgen, aber erst Anfang 1929 machte sich der Komponist ernsthaft an die Arbeit. Später gab er an, er habe es „im Geiste der Konzerte von Mozart und Saint-Saëns“ geschrieben, die Musik solle „heiter und brillant“ sein und nicht auf „Tiefgründigkeit oder dramatische Effekte abzielen“. Rhythmischer Schwung und Anleihen beim Jazz kennzeichnen die Außensätze, während der langsame Satz mit seinen subtilen Verschiebungen der Taktschwerpunkte ganz dem melodischen Element gewidmet ist. Neben Handschriften und Drucken wurde für diese Henle-Urtextausgabe auch eine unter Aufsicht Ravels entstandene Tonaufnahme der Widmungsträgerin Marguerite Long herangezogen. Seit der erfolgreichen Premiere im Januar 1932 gehört das Konzert zum Repertoire aller großen Pianistinnen und Pianisten – so auch für den Experten französischer Musik, Pascal Rogé, der den Fingersatz für die Solostimme beisteuert.
Das B-dur-Konzert KV 595 ist nicht nur Mozarts chronologisch letztes in der Reihe hochbedeutender Werke für Klavier und Orchester. Es gilt gemeinhin als sein reifster und vielleicht sogar schönster Beitrag zu dieser Gattung. Am 5. Januar 1791 trug es Mozart in sein eigenhändiges Werkverzeichnis als vollendet ein, ob und wann er es allerdings jemals selbst aufführte, ist umstritten. Das Rondothema verwendete Mozart auch in seinem Lied „Komm lieber Mai und mache“, sicher eine der bekanntesten Melodien Mozarts überhaupt. Für die Henle-Urtextausgabe - erhältlich als Studien-Edition und Klavierauszug - zeichnen der Mozart-Spezialist Wolf-Dieter Seiffert und der weltbekannte Pianist Piotr Anderszewski (Fingersatz, Eingänge/Auszierungen) verantwortlich und garantieren höchste Qualität. Die Kadenzen stammen von Mozart selbst.Die neue Standardausgabe für KV 595!
Chopins Klavierkonzerte entstanden um 1829/1830 und bilden damit gewissermaßen den Schluss- und Höhepunkt seiner Warschauer Studienjahre. Beide Konzerte sind frühe Meisterwerke, mit denen Chopin auf seinen ersten Konzertreisen im Ausland große Erfolge feierte. Bis heute ist die Popularität dieser Klavierkonzerte ungebrochen. Die Quellenlage zum e-moll-Konzert ist übersichtlich. Autographes Material hat sich kaum erhalten. Die Henle-Urtextausgabe der Solostimme stützt sich daher auf die von Chopin veranlasste Erstausgabe aus dem Jahr 1833. Der Klavierauszug der Orchesterpartien basiert auf Material aus Chopins Umfeld – die Henle-Edition ermöglicht so ein authentisches Studium dieses Kernstücks der Klavierkonzert-Literatur!
Chopins Klavierkonzerte entstanden um 1829/1830 und bilden damit gewissermaßen den Schluss- und Höhepunkt seiner Warschauer Studienjahre. Beide Konzerte sind frühe Meisterwerke, mit denen Chopin auf seinen ersten Konzertreisen im Ausland große Erfolge feierte. Bis heute ist die Popularität dieser Klavierkonzerte ungebrochen. Das zuerst komponierte f-moll-Konzert erschien erst 1836, zu einer Zeit als Chopin in Paris bereits fest etabliert war. Die Quellenlage ist im Vergleich zum e-moll-Konzert reichhaltig: Neben Erstausgaben und Schülerexemplaren kann sich die Edition auf ein sogenanntes Halbautograph stützen, in dem die Orchesterstimmen von einer unbekannten Kopistenhand stammen, der Klaviersolopart aber vom Komponisten selbst. Und auch der Klavierauszug basiert auf zeitgenössischen Quellen. Eine Edition also, die Urtext auf höchstem Niveau bietet.
Aus Verehrung für den „Walzerkönig“ Johann Strauss plante Ravel bereits 1906 eine Walzer-Komposition, deren Ausführung durch andere Projekte und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert wurde. Als er 1919 einen Auftrag für ein Ballett erhielt, griff er die Idee wieder auf und komponierte nach eigenen Worten „eine Art Apotheose des Wiener Walzers“. Nach anfänglich eher zurückhaltender Reaktion des Publikums gehört die „Choreographische Dichtung für Orchester“ heute zu den Tophits der Klassik. Die Entstehungsgeschichte des Werks war deshalb besonders, weil Ravel gleichzeitig an zwei Klavierfassungen und der Orchesterpartitur arbeitete. Sowohl die Version für Klavier solo als auch diejenige für zwei Klaviere sind also keine Vorstufen für die finale Orchesterpartitur oder nachträglich erstellte Klavierauszüge, sondern musikalisch eigenständige Werkfassungen, die Ravel auch im Druck erscheinen ließ. Stärker noch als im Orchester treten in diesen reizvollen Klavierfassungen Struktur und Artikulation sowie Klarheit der Linien in einer Komposition hervor. Dies bezeugt einmal mehr Ravels Meisterschaft. Grund genug diese beiden Klavierfassungen erstmals in Urtextausgaben vorzulegen, die auf Grundlage aller authentischen Quellen erstellt wurden.
Einige der überaus beliebten Cembalokonzerte Bachs entstanden ursprünglich als Konzerte für ein anderes Soloinstrument - die Violine oder ein Holzblasinstrument. Über Vorformen des A-dur-Konzerts BWV 1055 hingegen wissen wir nichts. Der zauberhaft kantable Mittelsatz lässt unweigerlich an die Oboe d’amore denken. Andererseits spricht auch nichts dagegen, dass der idiomatische, spielfreudige Cembalosatz von Anfang an für ein Tasteninstrument konzipiert wurde. Letztlich spielen diese Spekulationen keine Rolle, denn der unwiderstehlich frischen Musik kann sich kaum jemand entziehen. Für die Henle-Urtextausgabe des A-dur-Konzerts wurden neben der autographen Partitur vor allem die Originalstimmen herangezogen, die das Konzert vermutlich so überliefern, wie Bach es selbst aufgeführt hat. Authentischer geht’s nicht! Der Klavierauszug enthält die von Michael Schneidt sensibel mit Fingersatz versehene Solostimme sowie einen begleitenden Klaviersatz, der von Johannes Umbreit gut spielbar für die Praxis eingerichtet wurde.
Es dürfte Geschmackssache sein, ob man von den Klavierkonzerten Rachmaninows nun das zweite oder das dritte für sein bestes hält. Sicher ist aber, dass „Rach 3“ mit seiner Fülle an herrlichen melodischen Einfällen heute zu den beliebtesten und zugleich zu den technisch allerschwersten Werken der Konzertliteratur zählt. Der polnische Pianist Josef Hofmann, dem das 1909 entstandene Konzert gewidmet ist, mochte es zeit seines Lebens nicht öffentlich spielen, und erst Vladimir Horowitz verhalf dem Werk auf dem Konzertpodium zum Durchbruch. Für diese Urtextausgabe konnte neben der Erstausgabe und Tondokumenten auch das heute in der British Library aufbewahrte Partiturautograph herangezogen werden. Wie bei allen Rachmaninow-Editionen des G. Henle Verlags stammt der Fingersatz aus der Feder des Jahrhundertvirtuosen Marc-André Hamelin.
Sergej Rachmaninows „Rapsodie sur un thème de Paganini“ ist seine letzte und zugleich bedeutendste Komposition für Klavier und Orchester. Als Variationenzyklus über Paganinis 24. Caprice aus Opus 1 steht sie in der Tradition der großen Würfe Franz Liszts und Johannes Brahms’ über dieses berühmte Thema. „Sie ist etwas für das Publikum“, schrieb der Rezensent des „New Yorker“ über eine der ersten Aufführungen der Rhapsodie mit dem Komponisten am Flügel, eine „Folge von pianistisch brillanten Stellen, dramatischen Referenzen zum Dies Irae, offensichtlichem Schmalz in den geteilten Streichern und altmodischer Bravura“. Neben dem zweiten und dritten Klavierkonzert gehört dieses fulminante Werk heute zu Rachmaninows meistgespielten Kompositionen. Für diese erste Urtextausgabe der Rhapsodie konnte der Herausgeber sowohl das in der Library of Congress aufbewahrte Autograph als auch die vom Komponisten betreute Erstausgabe heranziehen. Der Klavierauszug liefert neben der Solostimme eine gut spielbare Reduktion des Orchestersatzes. Parallel zu dieser Ausgabe erscheinen in Kooperation mit Breitkopf & Härtel Partitur und Orchestermaterial. Englisches Originalzitat: „It’s something for the audiences” … “the succession of brilliances for the piano, dramatic references to the Dies Irae, wide-open Schmalz for divided strings, and old-fashioned bravura”
Wie viele Klaviervirtuosen seiner Zeit träumte auch Robert Schumann davon, sich dem Publikum als Pianist und Komponist zugleich in einem eigenen Klavierkonzert zu präsentieren. Bereits in jungem Alter unternahm er erste Versuche. In den folgenden Jahren fühlte er sich jedoch zunehmend von der Idee einer formal freieren Konzeption angezogen. Aus dem Entwurf einer einsätzigen „Phantasie“ entstand schließlich der Kopfsatz des berühmten Werkes, das hiermit erstmals in einer praktischen Urtextausgabe vorgelegt wird. Für den Fingersatz konnte die weltweit gefeierte Pianistin Mitsuko Uchida gewonnen werden. Partitur und Orchestermaterial sind bei Breitkopf & Härtel erschienen.
András Schiffs Klavierauszüge richten sich an pianistische Laien und nicht an professionelle Korrepetitoren; seine Fingersätze zu Mozarts Solostimme sind bis in die feinsten Nuancen ausgefeilt und inspirierend; sofern Mozarts originale Kadenzen fehlen, werden die ungemein stilsicheren Kadenzen Schiffs abgedruckt. Damit wollen wir ein Optimum bieten, das bislang nicht erreicht wurde. Für die Ausgabe werden in erster Linie Mozarts handgeschriebene Partituren als wichtigste Quelle herangezogen. Heute weiß man außerdem, dass neben Mozarts Eigenschriften auch frühe Stimmenabschriften und Drucke wichtige Informationen zum Notentext enthalten. In Koproduktion mit Breitkopf & Härtel werden die Klavierkonzerte Mozarts nicht allein im attraktiven, preisgünstigen Klavierauszug vorgelegt, sondern mit dazu passender Urtext-Dirigierpartitur, Orchesterstimmen und Studienpartitur.
Gershwins Concerto wurde am 3. Dezember 1925 in der Carnegie Hall – dem Epizentrum der klassischen Musikszene New Yorks – uraufgeführt. Es gehört zu einer Gruppe von selbst auferlegten „Experimenten“, mit denen der Komponist sich Wege in die „seriöse“ Musik eröffnen wollte: „Ich habe bisher nur drei ‚Opera‘ geschrieben – die ‚Blue Monday Oper‘, die ‚Rhapsody in Blue‘ und das ‚Concerto‘. Ich habe viel Zeit in diese Werke investiert, aber sie sind natürlich nicht meine eigentliche Arbeit. Sie sind Experimente – Laborarbeiten in amerikanischer Musik.“ Herausgeber Norbert Gertsch überprüfte für seine Edition eine Vielzahl von handschriftlichen und gedruckten Quellen in den USA und legt hiermit erstmals eine Urtextausgabe dieses sehr populären, vom Jazz-Idiom durchtränkten Klavierkonzerts vor. Parallel dazu erscheinen bei Breitkopf & Härtel Partitur und Orchestermaterial von demselben Herausgeber.