Eine wahre "Perle" des großen Cellorepertoires ist das Konzert in a-moll. Diese Urtextausgabe wurde von David Geringas eingerichtet und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers Peter Jost versehen. Johannes Umbreit hat den originalen, durchweg gut spielbaren Klavierauszug des Komponisten unter praktischen Gesichtspunkten neu überarbeitet.
Nach seiner frühen Begeisterung für die Avantgarde fand Schostakowitsch mit seiner Cellosonate zu einer von mehr Klarheit und Einfachheit geprägten Tonsprache. Das Werk von 1934 ist eines von Schostakowitschs anmutigsten und melodisch einprägsamsten Stücken, das eine meisterhafte Beherrschung der kammermusikalischen Sprache offenbart. Heute zählt die viersätzige, für den mit Schostakowitsch befreundeten Cellisten Viktor Kubatsky geschriebene Sonate zu den Schlüsselwerken der Celloliteratur des 20. Jahrhunderts.
Orchestral conductor and concert pianist Giuseppe Martucci (1856-1909) was among the leaders in the revival of symphonic and chamber music in an Italy still dominated by opera. The Sonata for cello and piano op. 52 here published belongs to the earliest period (1884) of his creative parabola. The formal and contrapuntal structure of German Romanticism and the elegance of melody are the distinguishing marks of this work, in which the impassioned lyrical outbursts of the cello are supported by refined writing for the piano, almost recalling Chopin.
Nachdem vor einigen Jahren bereits der „Elefant“ aus dem „Karneval der Tiere“ Einzug in unseren Katalog hielt, öffnen wir nun den Vorhang für einen weiteren Auftritt: das stolz-erhabene Solo des „Schwans“. Die klangvolle Romanze für Violoncello, im Original von zwei Klavieren begleitet, wurde mit besonderer Erlaubnis des Komponisten vom Veranstalter und Cellisten der Uraufführung, Charles Lebouc, für Violoncello und ein Klavier eingerichtet. Unsere Ausgabe macht diese Fassung des beliebten Cello-Evergreens erstmals im Urtext zugänglich. Die Stimme des 2. Klaviers geben wir im Kleinstich wieder und erlauben somit einen Vergleich zwischen beiden Fassungen.?
Beethovens 1809 erschienene Grande Sonate op. 69 ist nicht nur das Herzstück seiner fünf Cellosonaten, sondern auch die musikalisch bedeutendste. Die kunstvolle Verknüpfung beider Instrumente wird gleich zu Beginn fast programmatisch vorgeführt, wenn zunächst das Cello mit tenoralem Timbre eine Melodie anstimmt, die dann vom Klavier fortgeführt wird. Auch in dieser Sonate verzichtet Beethoven auf einen langsamen Satz, entschädigt uns aber mit einer berückenden Adagio-cantabile-Einleitung zum Finale. Die Urtextausgabe von Jens Dufner basiert auf seinen Arbeiten für den Kritischen Bericht der Beethoven-Gesamtausgabe und bietet somit einen Notentext auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. In Vorwort und Kritischem Bericht erläutert er Entstehung und Quellenlage der Sonate. Ian Fountain und David Geringas liefern den Fingersatz.
Zu Lebzeiten Joseph Haydns wurden Solokonzerte meist einem bestimmten Musiker auf den Leib geschrieben. Bei Haydns berühmtem Cellokonzert in D-dur Hob. VII:2 war dies der Erste Violoncellist der Esterházy-Kapelle, Anton Kraft, der später zu den größten Virtuosen Wiens zählen sollte. Aus einer Gelegenheitskomposition wurde ein Meisterwerk für die Ewigkeit, von dem sogar eine mit 1783 datierte, eigenhändige Partitur des Komponisten überliefert ist. Für die Herausgabe unseres Klavierauszuges konnte die Haydn-Spezialistin Sonja Gerlach gewonnen werden. Sie bereichert die Ausgabe durch ein ausführliches Vorwort, das auch auf die Ausführung der Verzierungen und auf die abgedruckten Kadenzen eingeht.
Bekanntermaßen komponierte Chopin fast ausschließlich Werke für Soloklavier. Nur beim Cello machte er gleich mehrere Ausnahmen: zwei Werke – Polonaise brillante und das Duo Concertant (HN 788) – schrieb er für Cello und Klavier und auch in seinem Klaviertrio op. 8 (HN 1068) kommt das Cello zu Wort. Gegen Ende seines Lebens schließlich bedachte Chopin das tiefe Streichinstrument mit einer großen, viersätzigen Sonate g-moll. Dass ihm das Werk nicht leicht von der Hand ging, stellt das umfangreiche Skizzenmaterial unter Beweis. Chopin selbst meinte: „Mit meiner Sonate mit Violoncello bin ich einmal zufrieden, ein andermal nicht. Ich werfe sie in die Ecke, dann sammle ich sie wieder auf.“ Von diesem Ringen spürt man heute nichts mehr. Die Chopin-Sonate mit ihrem berühmten, gesanglichen Largo gehört zum Kanon der Celloliteratur.
Chopin komponierte mehrere Werke für Violoncello unter dem Einfluss seines Freundes, des bedeutenden Cellisten Auguste Franchomme; so unter anderem das Grand Duo Concertant, eine Opernparaphrase über Meyerbeers „Robert le Diable“. Der Freund war sogar an der Ausarbeitung des Celloparts beteiligt. Die frühe Polonaise op. 3 mit langsamer Einleitung schrieb Chopin für den polnischen Fürsten Radziwill, der Cello spielte. Raffiniert unterlegt Chopin hier die kantablen Melodien des Cellos mit einem Feuerwerk an pianistischer Brillanz. Ein rasantes, energiegeladenes frühes Meisterwerk Chopins.
Richard Strauss begann 1880 mit der Komposition seiner Cellosonate, op. 6. Bis zur Drucklegung im Jahr1883 revidierte er das Werk fast vollständig. Nur der erste Satz wurde in die spätere Fassung übernommen. Die Cellosonate in F-Dur für Violoncello und Klavier widmete Strauss seinem Freund Hans Wihan (damaliger Solocellist der Münchner Hofkapelle), der auch die Uraufführung des Werks in Nürnberg bestritt.
Die Kombination einer Melodiestimme, die schrittweise eine diatonische Leiter durchzieht und einer Tintinnabuli-Stimme, die sich auf Töne eines tonalen Dreiklangs beschränkt. Dabei entsteht ein Dialog der Stimmen, die sich klar und aufeinander bezogen gegenseitig durchdringen, als handele es sich um ein einziges Instrument. Wenn Pärts Musik dem Notenbild nach auch äußerst einfach aussieht, so ist es dennoch nicht so leicht, diesem Stück den richtigen Grad der inneren Empfindung zu geben, einer Empfindung, die mehr vom Herzen als vom Verstand geprägt sein sollte.
Arnold Schönbergs Drei Klavierstücke op. 11 aus dem Jahr 1909 zählen zu den ersten Werken der freien Atonalität und markieren einen Wendepunkt in der Musikgeschichte. In der Fassung für Violoncello von Christophe und Michael Pantillon erhalten die Stücke eine neue klangliche Dimension: Die expressiven Linien und die dichte Harmonik entfalten sich im warmen, gesanglichen Ton des Cellos und eröffnen einen faszinierenden Blick auf dieses Schlüsselwerk der Moderne.
Die Kombination einer Melodiestimme, die schrittweise eine diatonische Leiter durchzieht und einer Tintinnabuli-Stimme, die sich auf Töne eines tonalen Dreiklangs beschränkt. Dabei entsteht ein Dialog der Stimmen, die sich klar und aufeinander bezogen gegenseitig durchdringen, als handele es sich um ein einziges Instrument. Wenn Pärts Musik dem Notenbild nach auch äußerst einfach aussieht, so ist es dennoch nicht so leicht, diesem Stück den richtigen Grad der inneren Empfindung zu geben, einer Empfindung, die mehr vom Herzen als vom Verstand geprägt sein sollte.
Vorhang auf für Henriëtte Bosmans! Die Sonate für Violoncello und Klavier der niederländischen Komponistin und Pianistin von 1919 ist eine echte Entdeckung: überbordende und sangliche Musik im spätromantischen Gestus. Beide Instrumente kommen voll zur Entfaltung; für den Solopart dürfte der Cellist Marix Loevensohn Pate gestanden haben. Bosmans hatte später ein schweres Schicksal zu tragen, war als Jüdin einem Berufsverbot und persönlicher Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. In diesem Urtext der Sonate werden erstmals zahlreiche Fehler der 1919 erschienenen Erstausgabe korrigiert. Die Ausgabe des G. Henle Verlags entstand in Zusammenarbeit mit der Cellistin Raphaela Gromes und dem Pianisten Julian Riem, die diese Sonate auch für eine Aufnahme einspielten und hier ihre Fingersätze verraten. Viel Wissenswertes über Komponistin und Werk verrät auch das Vorwort der Bosmans-Expertin Helen H. Metzelaar.