Zimmermanns originale Konfigurationen sind natürlich beeinflusst vom strukturellen Denken Anton Weberns, schöpfen ihren klanglichen Reiz freilich zu einem guten Teil aus der äußerst differenzierten Handhabung von Resonanzen durch Pedaleffekte oder resonierende stumm angeschlagene Töne. Die Wirkungen sind überwiegend sehr subtile, es ist eine intime Musik für kleine Räume, nicht für große Säle – manche der Klangeffekte sind selbst für die Ausführenden gerade eben wahrnehmbar. Der originale Klavierpart der Konfigurationen wurde in Cristoph Maria Wagners Bearbeitung bis auf ganz wenige Ausnahmen belassen. Die Funktion der übrigen Instrumente besteht im Wesentlichen darin, entweder Vorgänge des Klaviers zu akzentuieren, zu färben – oder die angesprochenen Resonanzeffekte zu unterstreichen und deutlicher hörbar zu machen. An vielen Stellen übernimmt das Ensemble also die Funktion einer Art „Hallmaschine“. Dabei habe ich aus dem Spektrum der Resonanzklänge bewusst immer wieder konsonante Kombinationen herausgefiltert – die untergründige Klangsinnlichkeit der Originalfassung und ihre Orientierung am Obertonspektrum wird dadurch offensichtlicher. Die Auswahl und Anwendung der Schlaginstrumente ist in jedem der 8 kurzen Sätze geringfügig unterschiedlich, um so dem einzelnen Abschnitt eine je deutliche klangliche Charakteristik zu geben. Dabei wurden bewusst ausschließlich Schlaginstrumente verwendet, die Zimmermann selbst in seinen Werken wie z.B. den Soldaten verwendet hat.
„Abends spielten wir Roberts Es dur Quartett … und ich war wahrhaft entzückt wieder von diesem schönen Werke, das so jugendlich“, so schwärmte Clara Schumann 1842. Vorbereitend hatte Schumann Streichquartette der Wiener Klassiker studiert. Im Quartett sind daher alle Stimmen betont kammermusikalisch gleichberechtigt und durchdringen sich zu einem famosen Ensemble. Wegen der verzweigten Quellenlage enthält unsere Urtextausgabe einen ausführlichen Kritischen Kommentar. Die Violoncellostimme kommt der Musizierpraxis durch eine Klapptafel besonders entgegen. Im „Kammermusikjahr“ Schumanns entstanden das Klavierquartett und das Klavierquintett op. 44, die als „Schwesterwerke“ bezeichnet werden. Wir veröffentlichten deshalb im „Schumann“-Jahr 2006 beide zugleich.?
Mendelssohn gilt als selbstkritischer Komponist, der etliche seiner Werke vielfach umarbeitete, bis er sie einer Veröffentlichung für würdig hielt. Der Weg zu seinem ersten Klaviertrio war besonders steinig: Erst nach mehreren Anläufen konnte er es im Sommer 1839 abschließen, nach weiteren Überarbeitungen erschien es 1840. Dieser Perfektionismus zahlte sich aus, denn Mendelssohns d-moll-Trio wurde sofort begeistert aufgenommen. Robert Schumann schrieb: „Es ist das Meistertrio der Gegenwart, wie es ihrerzeit die von Beethoven in B und D, das von Franz Schubert in Es waren; eine gar schöne Komposition, die nach Jahren noch Enkel und Urenkel erfreuen wird.“ Was sich bewahrheiten sollte: Noch heute zählt es zu den beliebtesten Werken des Trio-Repertoires überhaupt.
Klaviertrios waren in der Zeit der Klassik und noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein, fast möchte man sagen, Modeartikel. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich nach Haydn und Mozart auch Beethoven mit dieser Gattung auseinandersetzte und insgesamt 13 Klaviertrios hinterließ. Dieser zweite Band enthält die beiden Klaviertrios op. 70, das Trio op. 97 sowie die Variationen über das Lied „Ich bin der Schneider Kakadu“ op. 121a. Der Beiname „Geistertrio“ des Trios op. 70 Nr. 1 stammt, wie üblich, nicht von Beethoven, sondern wurde dem Stück wohl wegen der besonderen, unheimlichen Klanglichkeit des langsamen Satzes gegeben. Das nach seinem Widmungsempfänger Erzherzog Rudolph benannte Erzherzog-Trio op. 97 ist sicher Beethovens bedeutendstes und mit einer Dauer von über 45 Minuten auch längstes Klaviertrio. Obwohl bereits 1810/11 entstanden, wurde es erst 1816 veröffentlicht.
Dieser Band beinhaltet ausschließlich von Klavierwerken transkribierte Werke aus der Wiener Klassik und Romantik. Die Melodie der rechten Hand wird meistens von der Geige, oft mit dem Cello abwechselnd, einander antwortend gespielt. Dadurch ist die Klavierstimme im Vergleich zum Original wesentlich leichter, also sie ist auch für Kinder zu meistern, die das Originalstück sonst noch nicht spielen könnten. In der Auswahl kommen die beliebtesten Werke der größten Komponisten (Haydn, Beethoven, Mendelssohn, Schumann, Chopin und Grieg) wie z. B. der zweite Satz der Mondschein-Sonate oder das Träumerei vor. 1. Beethoven, Ludwig van: Largo appassionato (Sonate, Op. 2, No. 2, II.) 2. Beethoven, Ludwig van: Adagio sostenuto (Sonate, Op. 27, No. 2, 'Mondschein', I.) 3. Chopin, Frédéric: Mazurka (Op. 56, No. 2) 4. Mendelssohn-Bartholdy, Felix: Duetto (Lieder ohne Worte, Op. 38, No. 6) 5. Mendelssohn-Bartholdy, Felix: Lied ohne Worte (Op. 19b, No. 4) 6. Mendelssohn-Bartholdy, Felix: Lied ohne Worte (Op. 62, No. 4) 7. Schumann, Robert: Glückes genug (Kinderszenen, Op. 15, No. 5) 8. Schumann, Robert: Träumerei (Kinderszenen, Op. 15, No. 7) 9. Schumann, Robert: Kleine Romanze (Album für die Jugend, Op. 68, No. 19) 10. Schumann, Robert: Von fremden Ländern und Menschen (Kinderszenen, Op. 15, No. 1) 11. Schumann, Robert: * * * (Album für die Jugend, Op. 68, No. 30) 12. Grieg, Edvard: Grossmutters Menuett (Lyrische Stücke, Op. 68, No. 2) 13. Grieg, Edvard: An der Wiege (Lyrische Stücke, Op. 68, No. 5)
Wie in allen reifen Kammermusikwerken tritt Ravel auch in seinem 1914 entstandenen Klaviertrio als Erneuerer traditioneller Formen und Techniken auf. So entspricht der „Passacaglia“-Satz dem zugrunde liegenden Schema aus der Barockzeit. Die Musik selbst hingegen, so äußerte Ravel, sei „wie von Saint-Saëns“, was sicher ironisch gemeint war. Denn die historisierende Schablone dient ihm nur als Rahmen für tonsprachliche Experimente: vom stetigen Pendeln zwischen Dur und Moll bis hin zu Kombinationen und Überlagerungen verschiedenartiger Metren. Für unsere Ausgabe dieses technisch äußerst anspruchsvollen Werkes konnte der renommierte französische Pianist Pascal Rogé als Fingersetzer gewonnen werden.?
Die fünf in diesem Band vereinigten Streichquartette Beethovens werden allgemein als „die mittleren Quartette“ apostrophiert, obwohl sie stilistisch keineswegs eine geschlossene Einheit bilden. Zwischen der Entstehung der drei Quartette op. 59 (1806) und des Quartetts op. 74 (1809/10) liegen denn auch mehr als drei Jahre. In die Quartette op. 59 streute Beethoven einige russische Volksliedthemen ein – eine Hommage an Fürst Rasumowsky, der die Werke bei ihm in Auftrag gegeben hatte. Sie werden daher oft auch als „russische Quartette“ bezeichnet. Auch das nächste Quartett, Op. 74 in Es-dur, erhielt einen Beinamen: Wegen einiger längerer Pizzicato-Passagen im ersten Satz nennt man es oft „Harfenquartett“. Das f-moll-Quartett schließlich, Op. 95, trägt im Autograph den Titel „Quartett serioso“. Alle Quartette sind reife Meisterwerke, die hohe interpretatorische und technische Ansprüche stellen.
Für alle Bratschistinnen und Bratschisten gibt es jetzt auch Musik von Aleksey Igudesman! „Violin & Viola & more“ ist ein Best-of seiner bekannten Duo-Reihe „& More“ in mittlerem Schwierigkeitsgrad und neuer Besetzung für Violine und Viola. Die Ausgabe beinhaltet Hintergrundinfos und Besonderheiten zu allen zehn Stücken. So sind stilgerechte Interpretation und Spaß am Zusammenspiel garantiert.
Können ein Violinist und ein Cellist gemeinsam Spaß haben? Wir sagen ja! Genau zu diesem Zweck eignet sich „Violin & Violoncello & More“ von Aleksey Igudesman bestens. Aufgrund der steigenden Beliebtheit seiner Werke hat er die Duette der vorangegangenen Publikation für zwei Violinen neu kreiert. Diese umfassen unterschiedlichste Stile, jedoch immer mit der unverkennbaren individuellen Note Alexeys. Das Inhaltsverzeichnis erinnert an eine Weltreise – eine Tour durch Schottland, Irland, Israel, Kasachstan und viele weitere Länder erwartet alle Neugierigen. Mit großer Sorgfalt hat Igudesman diese Stücke für Violine und Cello eingerichtet, um den musikalischen Gehalt der originalen Version zu bewahren. Er ermutigt die Musizierenden, kreativ zu sein, zu improvisieren und vor allem Spaß zu haben. Diese Stücke eignen sich hervorragend für Spielerinnen und Spieler der Mittelstufe, um ihre eigenen Grenzen auszutesten, sowie für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler, die es gemütlich angehen wollen.
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